Kai Diekmann - Der Attila der Printmedien?

Sehr geehrte Leser,

die Vielzahl der Redakteure mehr oder minder bekannter Tageszeitungen neigen grundsätzlich zu penetranter Neutralität bei der Berichterstattung und zu penibler Genauigkeit bei der Recherche. Ein Mann jedoch scheint stets darum bemüht, nicht der Gattung der o.g. Redakteursschaft zugerechnet zu werden. Sein Name: Kai Diekmann, seines Zeichens Journalist und seit dem Jahr 2001 Chefredakteur der auflagenstärksten deutschen Tageszeitung, wobei man sich mit der Benutzung des Begriffs Tageszeitung in Verbindung mit dieser Postille in Zurückhaltung üben und lieber den Begriff Boulevardblatt verwenden sollte, was nach landläufiger Auffassung den durchaus passenden Terminus für diese Publikation darstellt. Schließlich würde auch niemand auf den Gedanken kommen, Erich von Däniken mit Günther Graß gleichsetzen zu wollen. Von daher sollte man die Kirche im Dorf bzw. die BILD im Zeitungsregal für die echten Tageszeitungen außen vor lassen.

In meiner Redaktion kann jeder machen, was ich will.“, so lautet der ihm zugeschriebene Leitspruch in seiner Funktion als Chefredakteur.
Chaos und Anarchie in deutschen Redaktionen? Wohl kaum, sondern Kalkül und Diktatur. Denn nimmt man schließlich das redaktionelle Ergebnis in Form eines gedruckten Exemplars „seiner“ Zeitung in die Hand und liest es, versteht man schnell, wie dieser Leitspruch aufzufassen ist: Scheinbare Ignoranz des Pressekodex in zahlreichen Fällen und zwar nicht nur von ihm selbst praktiziert, sondern auch von seinen Untergebenen gefordert. Opferung der Presseethik, hingerichtet in zahllosen Artikeln. Und das alles im Namen Kai Diekmanns.

Nun könnte man einwenden, dass dies nichts Verwerfliches sei, immerhin habe Diekmann bei seinem Tun keine religiöse Motivation, sondern eine rein wirtschaftliche. Doch so einfach stellt sich die Gesamtsituation nicht dar. Oder etwa doch? Ja, in der Tat oder zumindest sehr wahrscheinlich! Seine Beweggründe scheinen niederster Art: Steigerung der Auflage um jeden Preis, lautet das von mir vermutete Primärziel seiner Arbeit und bei der Durchsetzung in Form von diletantischem Sensationsjournalismus und tendenziösen Berichterstattungen werden Kollateralschäden bewusst in Kauf genommen und natürlich steht hierbei auch der bereits erwähnte Pressekodex im Weg, wobei hierzu gesagt sei, dass der Pressekodex lediglich unverbindliche Richtlinien zur allgemeinen journalistischen Tätigkeit beinhaltet und somit einem Ehrenkodex gleichzusetzen ist. Und eben diese ehrenhafte Unverbindlichkeit lässt Diekmann unehrenhaft außer Acht in der Hoffnung, damit die BILD aus der Misere retten zu können, denn nachweislich hat die BILD seit 2001 mit einem stetigen Sinken der Auflage zu kämpfen. Ob diese Tatsache in Zusammenhang mit Diekmanns Tätigkeitsaufnahme als Chefredakteur bei der BILD steht, sei hierbei außen vor gelassen. Vielleicht sterben der BILD auch nur allmählich die Leser weg, denn sie hat Traditionsleser, genau so wie Parteien Traditionswähler haben. In diesem Fall könnte man davon sprechen, dass ihre Zeit gekommen sei und ihr Auflagensterben auch nicht durch die journalistischen Greultaten des Herrn Diekmann und seiner Untertanen aufgehalten werden kann. Vielleicht kehrt BILD eines Tages zu ihren Anfängen zurück: Zum Verkauf vom Bauchladen aus.

„Gegen BILD hilft vor allem Aufklärung.“ sagte einmal Günter Wallraff und mit diesen beachtenswerten, denkwürdigen und warnenden Worten möchte ich meinen heutigen Kommentar beenden.

Herzlichst, Ihr Patrick Michael Weber

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